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Auftrittskompetenz

3 Jun 2024
VSKZ
VSKZ, Fachartikel
3 Jun 2024
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VSKZ, Fachartikel

Einen Grossteil unserer Arbeit verrichten wir im Kopf, im „stillen Kämmerlein“ am PC. Auch wenn wir unsere Überlegungen am Ende an ein Publikum weitergeben, sitzen wir da und arbeiten schweigend. Unsere Gedanken können noch so gut sein, die Ergebnisse noch so bahnbrechend, die Ideen noch so innovativ: Schaffen wir es nicht, sie unserem Zielpublikum zu vermitteln, dann bleibt der Erfolg trotzdem aus. 


Reden ist das Kommunikationsmittel, das wir am meisten benützen. Sprechen ist das wichtigste Instrument, um uns Anderen verständlich zu machen. Sprechen hat immer einen Grund. Man will etwas mitteilen. Man möchte etwas erreichen. Aber… wir reden viel und niemand hört zu. 

Was können wir tun, damit man uns zuhört?

Die Kommunikationsforschung zeigt, dass bei einem Auftritt zu über 90% entscheiden, WIE wir sprechen. Zu weniger als 10% ist beteiligt, WAS wir sagen, also der Inhalt. Wenn wir den Inhalt erhöhen möchten, dann müssen wir inhaltlich wichtige Botschaften wiederholen und diese mit Geschichten und Erfahrungen unterlegen. Wie kann ich mit meiner Wirkung den Inhalt erhöhen? Indem ich versuche, selbstsicher, als Expert:in meines Gesagten und passioniert zu wirken. 

Wie genau erreiche ich das?

Zuerst einmal kommt es auf die innere Haltung an. Wo ist meine Leidenschaft beim Publikum, beim Thema, beim Ziel, das ich erreichen möchte, beim Auftritt selbst und bei mir? Spüre ich den Sinn meines Auftrittes? Habe ich ein Anliegen? Und dann: Bin ich mir meiner Rolle bewusst? Denn nur, wenn Inhalt und Wirkung übereinstimmen, werden wir als authentisch wahrgenommen. Und: Nur wer von sich und seinem Anliegen überzeugt ist, kann andere überzeugen.

Und wenn ich nervös bin?

Dann wende ich die Basics an: Stand hüftbreit auf beiden Beinen, Hände auf Bauchnabelhöhe oder in die Seite eingestützt, Blick adressiert (1 Satz pro Person) und wenn möglich am Anfang und am Schluss ein Lächeln. Aber auch die Stimme zählt: Kurze Sätze und mit der Stimme am Ende des Satzes runter gehen. 
Und wenn ich vor dem Anlass etwas gegen meine Nervosität tun möchte, dann lohnen sich ein paar Übungen gegen Lampenfieber, wie etwa «Der Gorilla», von aussen Zähne putzen, also mit dem Zeige- und Mittelfinger über die Lippen streichen oder den Thymus klopfen. Vielleicht gibt es auch ein Lied oder eine Musikgruppe, die mir ein bestimmtes Gefühl vermittelt? Oder ich esse ein Stück Schokolade? Alles hilft gegen Nervosität und für eine gute Energie. 

In Strukturen sprechen

Strukturen helfen dabei, im Hier und Jetzt zu sein. Wenn ich beim Beginn meines Pitchs weiss, welches mein letzter Satz sein wird, dann kann ich mir beim Sprechen besser zuhören. Ich kann besser kontrollieren, WAS ich sage und WIE Ich es sage. 
Strukturen lohnen sich auch für einen längeren Auftritt. Zum Beispiel, dass ich immer mit einem Opener starte (Das Ziel bekannt geben, mit einer Frage starten, eine Geschichte erzählen, etc.), dann begrüsse und als nächstes einen Rahmen gebe (Um WAS geht es in der Präsentation, im Meeting, WIE läuft das ab (Regeln und Timemanagement) und WARUM machen wir die Veranstaltung. 

Über die Autorin

Sibylle Sommerer ist seit 1992 in der Kommunikation tätig und arbeitete sie in diversen Unternehmen als Beraterin, im Marketing und PR. Ausserdem war sie international als Medientrainerin und Coach in Krisenkommunikation und Konfliktmanagement tätig. Seit 2007 ist Sibylle Sommerer Mitinhaberin Speak GmbH, seit 2018 alleinige Inhaberin.

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